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Warum Musik allen anderen Künsten überlegen ist, so Schopenhauer

Die Metaphysik der Musik

Musik ist eindeutig die beliebteste Kunst der Welt, da sie mit Abstand das meiste Geld einbringt und am meisten von der Öffentlichkeit aufgerufen wird. Dies sollte natürlich nicht als Beweis für seine Überlegenheit angesehen werden, aber vielleicht bringt es uns einem seiner Attribute näher: der emotionalen und instinktiven Stärke, die es besitzt. Es besteht kein Zweifel, dass es keine andere Kunst gibt, die so mächtig ist, zumindest in Bezug auf ihre Fähigkeit, Menschen zu ziehen und ihr Verhalten zu beeinflussen. Die andere Kunst, die zu irgendeinem Zeitpunkt in ihrer Kraft des Ziehens und der Transformation mit der Musik verglichen wurde, die Poesie, bezieht ihre Kraft größtenteils aus derselben Musik (und irgendwann wurde die Poesie mit demselben Wort gesprochen: Musik oder das, was aus den Musen kommt).

Es wird allgemein gesagt, dass Musik eine universelle Sprache ist, die kein vorheriges Verständnis erfordert, manchmal nicht einmal eine "Kultur" oder Verfeinerung (obwohl dies umstritten ist). Diese Vorstellung kommt zu uns von Schopenhauer, der in seinem monumentalen Klassiker in zwei Bänden Die Welt als Wille und Repräsentation schrieb, dass Musik "eine vollkommen universelle Sprache ist, deren Klarheit sogar die der intuitiven Welt selbst übertrifft". Schopenhauer hatte in seinem Gedichtkapitel gesagt, der Dichter sei der universelle Mensch, weil er durch Intuition Zugang zu platonischen Ideen habe; Aber Musik geht über Ideen hinaus, sagt der Philosoph, und es ist der Wille, das Ding selbst, die unbewusste Kraft des Universums. In der Musik können wir die Energie des Universums beobachten:

Musik ist keineswegs wie die anderen Künste das Transkript von Ideen, sondern die Umsetzung des Willens selbst, dessen Objektivierung auch Ideen sind; Deshalb ist die Wirkung der Musik viel kraftvoller und durchdringender als die der anderen Künste, da sie nur von Schatten sprechen, während diese von Essenz spricht.

Der Wille selbst ist in Schopenhauers Philosophie die Essenz des Subjekts und des Universums, fundamentaler als das Bewusstsein selbst. Einige Wissenschaftler seiner Arbeit haben verstanden, dass dieser Begriff mit dem Wort "Energie" erklärt werden kann und auf jeden Fall den höchsten Platz in seinem System einnimmt. Im zweiten Band seiner Arbeit sagt er:

für die Musik gibt es nur Leidenschaften, Willensbewegungen und sieht wie Gott nur Herzen.

Und anderswo:

Eine Beethoven-Symphonie zeigt uns die größte Verwirrung, die trotz allem auf der vollkommensten Ordnung beruht, auf dem intensivsten Kampf, der augenblicklich zur schönsten Harmonie wird: Es ist die nicht übereinstimmende Übereinstimmung der Dinge, ein treues Bild und vollständig von der Welt, die sich in eine endlose Rinde unzähliger Formen verwandelt und durch ständige Zerstörung ihrer selbst konserviert wird. Gleichzeitig aber sprechen in dieser Symphonie alle Leidenschaften und alle menschlichen Neigungen zu uns: Freude, Trauer, Liebe, Hass, Terror, Hoffnung.

All diese Emotionen und diese "Konkordanz-Diskordanz" können auf den Willen extrapoliert werden, der sowohl heftig als auch majestätisch ist. Auf diese Weise setzt Schopenhauer Musik mit Metaphysik gleich, mit Ideen und Willen als der Metaphysik, der fundamentalen Sache im Universum.